Fachkundige Stellungnahme zum Gründungszuschuss: Inhalt, Aufbau und Beispiele
Was gehört in die fachkundige Stellungnahme zum Gründungszuschuss? Prüffähiger Aufbau, Pflichtinhalte, Formulierungsbeispiele und Konsistenz-Check zu Businessplan und
Das Wichtigste auf einen Blick
- Klarer Zweck: Die fachkundige Stellungnahme ist eine nachvollziehbare Tragfähigkeitsbewertung auf Basis von Businessplan und Finanzplanung; die Entscheidung über den Gründungszuschuss trifft die Arbeitsagentur.
- Prüffähig statt ausführlich: Wenige, saubere Annahmen (Preis, Menge, Kosten, Anlaufphase) sind wichtiger als viele Seiten Text.
- Konsistenz ist das Kernkriterium: Angebot, Zielgruppe, Vertrieb, Kapazität und Zahlen müssen sichtbar zusammenpassen – sonst wird die Tragfähigkeit schwer begründbar.
- Risiken gehören dazu: Plausible Unsicherheiten plus konkrete Gegenmaßnahmen wirken seriöser als reine Erfolgsaussagen.
- Formulierungen sachlich halten: Keine Übertreibungen, keine Zusagen. Besser: „unter den dargestellten Annahmen“, „nachvollziehbar“, „plausibel“.
Wenn Sie Ihre Unterlagen für eine prüffähige Stellungnahme strukturiert zusammenführen möchten, finden Sie hier eine orientierende Übersicht: fachkundige Stellungnahme.
Diese Seite ist für Gründerinnen und Gründer gedacht, die den Gründungszuschuss beantragen und wissen möchten, was in der fachkundigen Stellungnahme inhaltlich erwartet wird. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Konzept und Ihre Zahlen „dieselbe Geschichte erzählen“, ist der nächste sinnvolle Schritt: erst die Annahmen festziehen, dann die Finanzplanung konsistent daran ausrichten.
Kurzüberblick
Die fachkundige Stellungnahme ist kein Werbetext, sondern eine begründete Plausibilitäts- und Tragfähigkeitsbewertung. Sie wird besonders überzeugend, wenn Businessplan, Finanzplanung und persönliche Voraussetzungen in sich stimmig sind und die wichtigsten Annahmen nachvollziehbar belegt werden. Inhaltlich geht es um Markt und Angebot, Umsetzung und Qualifikation – und vor allem um belastbare Zahlen.
Voraussetzungen und Kriterien: Was „prüffähig“ typischerweise bedeutet
Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt den Gründungszuschuss als Leistung zur Förderung der Aufnahme einer hauptberuflichen Selbständigkeit; dabei spielen persönliche Voraussetzungen und die Tragfähigkeit des Vorhabens eine zentrale Rolle (Bundesagentur für Arbeit – Gründungszuschuss, Antrag/Unterlagen – Überblick). Die fachkundige Stelle (z. B. IHK/HWK oder eine andere anerkannte Stelle, je nach regionaler Praxis) bewertet die Tragfähigkeit auf Grundlage Ihrer Unterlagen – sie ersetzt nicht die Entscheidung der Arbeitsagentur.
Wichtig ist: „Prüffähig“ heißt nicht „perfekt“. Es heißt, dass ein sachkundiger Dritter die Logik nachvollziehen kann, die Zahlen aus plausiblen Annahmen abgeleitet sind und Widersprüche erkennbar aufgelöst werden.
Kernlogik, die stimmig sein muss
| Baustein | Ihre Aktion | Prüfpunkt | Typischer Nachweis/Anhang |
|---|---|---|---|
| Geschäftsmodell | Beschreiben Sie Leistung/Produkt, Zielkunden und Nutzen in 3–5 Sätzen. | Ein Außenstehender kann Angebot und Kundennutzen in 60 Sekunden erklären. | Kurzbeschreibung, Angebotsseite/Portfolio, Skizze Leistungspakete |
| Preismodell | Legen Sie Preise, Rabatte und Zahlungsbedingungen transparent fest. | Preise sind konsistent in Text, Angebot und Finanzplanung (ohne „Sonderpreise“ nur im Excel). | Preisblatt, Beispielangebot, AGB-Entwurf |
| Absatz/Vertrieb | Benennen Sie 1–2 Hauptkanäle und den ersten Akquise-Schritt. | Der erste Kundengewinnungsweg ist konkret (Ort/Plattform/Kooperation) und zeitlich eingeplant. | Vertriebsplan, Marketingmaßnahmen, Nachweise zu Kontakten |
| Kapazität | Rechnen Sie realistisch mit Arbeitszeit, Auslastung und Anlaufphase. | Umsatzplanung passt zu verfügbaren Stunden/Produktion und zu Ihrer Rolle im Betrieb. | Kapazitätsplan, Kalender/Projektplan |
| Kostenstruktur | Trennen Sie fixe und variable Kosten und begründen Sie die größten Posten. | Die drei größten Kostenpositionen sind nachvollziehbar begründet und wiederfinden sich in der Planung. | Angebote, Miet-/Leasinginfos, Versicherungs-/Softwarekosten |
| Liquidität | Planen Sie Zahlungsziele und Puffer, nicht nur Gewinn. | In Monaten mit niedrigen Einnahmen bleibt die Liquidität plausibel gesichert. | Liquiditätsplan, Zahlungsziel-Annahmen, Rücklagen-/Finanzierungsnachweis |
Mini-Plausibilitätsrechnung: Kapazität → Umsatz (ohne Rechentricks)
Diese kurze Rechnung hilft häufig, Widersprüche früh zu finden – und macht Ihre Stellungnahme „prüffreundlich“:
- Leistungseinheiten festlegen: Was ist eine abrechenbare Einheit (Stunde, Paket, Stück)?
- Realisierbare Menge bestimmen: Wie viele Einheiten sind pro Woche/Monat realistisch – inklusive Akquise, Administration, Ausfallzeiten?
- Mit Anlaufkurve planen: Starten Sie mit niedriger Auslastung und steigern Sie nachvollziehbar.
Beispiel (Dienstleistung): 30 Stunden/Woche Arbeitszeit, davon 18 abrechenbar. Stundensatz 90 €. In Monat 1 nur 40 % Auslastung, ab Monat 6 70 %.
- Monat 1: 18 h/Woche × 4 Wochen × 40 % × 90 € ≈ 2.592 € Umsatz
- Monat 6: 18 h/Woche × 4 Wochen × 70 % × 90 € ≈ 4.536 € Umsatz
Wenn Ihre Finanzplanung deutlich darüber liegt, braucht es eine belastbare Erklärung (z. B. Team, Skalierung, Vorverträge, digitale Produkte). Liegt sie darunter, kann das ebenfalls erklärungsbedürftig sein (z. B. bewusst geringere Auslastung, höhere Akquisezeiten, niedrigere Preise in der Startphase).
Aufbau der fachkundigen Stellungnahme: empfohlene Gliederung mit Formulierungsbeispielen
In der Praxis gibt es häufig Formulare oder feste Raster der fachkundigen Stelle. Inhaltlich lässt sich die Stellungnahme jedoch meist in wiederkehrende Bausteine übersetzen. Die folgenden Textbausteine sind bewusst sachlich gehalten und sollten an Ihre Situation angepasst werden.
1) Kurzprofil des Vorhabens (1 Absatz)
Ziel: In wenigen Sätzen klar machen, was genau gegründet wird und wie Geld verdient wird.
Formulierungsbeispiel: „Gegenstand des Vorhabens ist die Aufnahme einer hauptberuflichen selbständigen Tätigkeit im Bereich … . Das Angebot umfasst … für die Zielgruppe … . Die Erlöse entstehen überwiegend durch … (z. B. Dienstleistungspakete/Verkauf/Abonnements).“
2) Markt und Zielkunden (knapp, aber konkret)
Ziel: Keine „Markt ist groß“-Sätze, sondern ein plausibles Spielfeld mit nachvollziehbarer Position.
Formulierungsbeispiel: „Die Zielkunden sind … in … (Region/Branche). Der Bedarf ergibt sich aus … (z. B. regulatorische Anforderungen, Kostendruck, Digitalisierungsbedarf). Die Positionierung grenzt sich ab durch … (z. B. Spezialisierung, Serviceumfang, Lieferzeit).“
3) Leistung, Preis und Vertrieb (entscheidungsrelevant)
Ziel: Zeigen, dass die Umsatzannahmen aus einem realistischen Vertriebsweg entstehen.
Formulierungsbeispiel: „Die Preisgestaltung basiert auf … (z. B. marktüblichen Vergleichspreisen und Kalkulation der eigenen Kosten). Die Kundengewinnung erfolgt primär über … . Für die Startphase sind folgende konkrete Maßnahmen geplant: … (Termine/Kooperationen/Plattformen).“
4) Gründerprofil und Qualifikation (Eignung plausibel machen)
Ziel: Fachliche und unternehmerische Eignung mit Bezug zum Vorhaben, nicht als Lebenslaufabschrift.
Formulierungsbeispiel: „Die Gründerperson verfügt über relevante Qualifikationen und Erfahrungen in … . Für fehlende Teilkompetenzen (z. B. Buchhaltung/Vertrieb/Datenschutz) sind folgende Maßnahmen vorgesehen: … (Kurs/Steuerberatung/Software/Partner).“
5) Organisation, Meilensteine und Kapazität (machbar, nicht idealisiert)
Ziel: Umsetzungsfähigkeit zeigen – inklusive Anlaufphase.
Formulierungsbeispiel: „Die Umsetzung ist in Meilensteine gegliedert (z. B. Gewerbeanmeldung, erste Akquisephase, Produkt-/Portfoliofinalisierung). Die geplante Kapazität berücksichtigt neben Leistungserbringung auch Akquise und Administration. Eine schrittweise Steigerung der Auslastung ist vorgesehen.“
6) Finanzplanung: Rentabilität, Liquidität, Kapitalbedarf (Konsistenz erklären)
Ziel: Nicht nur Zahlen liefern, sondern die wichtigsten Annahmen und Treiber benennen.
Formulierungsbeispiel: „Die Finanzplanung basiert auf den dargestellten Annahmen zu Preis, Absatzmenge und Kosten. Wesentliche Kostentreiber sind … . Die Liquiditätsplanung berücksichtigt Zahlungsziele und Anlaufkosten. Unter den dargestellten Voraussetzungen erscheint die Finanzierung der Startphase gesichert (z. B. Eigenmittel/Finanzierungszusage/geringer Kapitalbedarf).“
7) Risiken und Gegenmaßnahmen (sachlich, konkret)
Ziel: Zeigen, dass Sie Unsicherheiten gesehen haben und handhabbar machen.
Formulierungsbeispiel: „Als wesentliche Risiken werden … (z. B. verzögerte Kundengewinnung, saisonale Schwankungen, höhere Einkaufspreise) gesehen. Als Gegenmaßnahmen sind … vorgesehen (z. B. konservative Anlaufkurve, alternative Vertriebskanäle, Kostenpuffer, Zusatzangebote).“
Schlussbewertung (Tragfähigkeit in vorsichtiger Sprache)
Hier sollte keine „Zusage“ stehen, sondern eine begründete Einschätzung.
Formulierungsbeispiel: „Auf Basis der vorgelegten Unterlagen (Businessplan, Finanzplanung und Nachweise) und unter den dargestellten Annahmen erscheint das Vorhaben wirtschaftlich tragfähig. Die Annahmen sind insgesamt nachvollziehbar; besondere Aufmerksamkeit gilt … (z. B. Anlaufphase/Vertrieb/Deckungsbeitrag), wofür geeignete Maßnahmen vorgesehen sind.“
Entscheidungsnavigator: Wenn–Dann-Logik für die nächsten Schritte
- Wenn Ihr Umsatz stark wächst, dann begründen Sie die Kapazität (Zeit, Team, Prozesse) und passen die Planung daran an. Prüfpunkt: Für jeden Umsatzsprung gibt es eine sichtbare Ursache (mehr Stunden, höhere Preise, mehr Einheiten, zusätzliches Personal).
- Wenn Ihre Preise „gefühlt“ sind, dann erstellen Sie eine kurze Kalkulation (Zeit/Material/Gemeinkosten) und leiten Sie den Mindestpreis ab. Prüfpunkt: Der niedrigste geplante Preis deckt variable Kosten und leistet einen Beitrag zu fixen Kosten.
- Wenn Sie nur einen Vertriebskanal haben, dann definieren Sie einen zweiten, realistischen Kanal als Absicherung. Prüfpunkt: Es gibt zwei konkrete Akquisewege mit Startdatum und erstem Schritt (z. B. 30 Kontakte/Woche, 2 Kooperationen).
- Wenn die Liquidität in den ersten Monaten knapp wird, dann planen Sie Zahlungsziele, Puffer und Ausgabenreihenfolge neu. Prüfpunkt: In keinem Monat rutscht der Kontostand ohne erklärten Ausgleich (Puffer/Eigenmittel/Finanzierung) ins Negative.
- Wenn Qualifikationslücken bestehen, dann dokumentieren Sie, wie Sie diese schließen (Kurs, Beratung, Partner) und bis wann. Prüfpunkt: Maßnahme, Anbieter und Termin sind benannt, und die Kosten sind in der Planung enthalten.
Checkliste: Unterlagen und Inhalt so aufbereiten, dass alles zusammenpasst
- Stellen Sie eine einheitliche Kurzbeschreibung des Vorhabens bereit, damit Businessplan, Stellungnahme und Finanzplanung dieselbe Ausgangslage nutzen. Prüfpunkt: In allen Dokumenten sind Branche, Angebot, Zielkunden und Region gleich beschrieben (keine abweichenden Versionen).
- Legen Sie Ihr Preismodell schriftlich fest und verankern Sie es in der Finanzplanung, damit Umsätze nicht „frei geschätzt“ wirken. Prüfpunkt: Preislisten/Beispielangebote und der verwendete Durchschnittspreis in der Planung sind identisch oder nachvollziehbar erklärt.
- Rechnen Sie die Absatzplanung aus Kapazität und Anlaufphase her, damit die Umsatzkurve plausibel bleibt. Prüfpunkt: Eine einfache Rechnung (Einheiten × Preis × Auslastung) ergibt die Monatsumsätze der Planung.
- Begründen Sie die drei größten Kostenpositionen mit kurzen Belegen, damit die Kostenannahmen prüfbar sind. Prüfpunkt: Für jeden der drei größten Posten liegt ein Angebot, Tarif oder eine nachvollziehbare Herleitung vor.
- Trennen Sie Rentabilität und Liquidität und planen Sie Zahlungsziele ein, damit Engpässe nicht übersehen werden. Prüfpunkt: Es existiert ein Liquiditätsplan mit Zahlungszielen (z. B. 14/30 Tage) und einem Mindestpuffer.
- Beschreiben Sie Ihre Vertriebsmaßnahmen als konkrete To-dos (wann, wo, wie viele), damit „Marketing“ nicht abstrakt bleibt. Prüfpunkt: Für die ersten 8–12 Wochen sind messbare Aktivitäten geplant (z. B. Anzahl Kontakte, Termine, Veröffentlichungen).
- Dokumentieren Sie Qualifikation und relevante Erfahrung mit Bezug zum Angebot, damit Eignung und Umsetzung zusammenpassen. Prüfpunkt: Jede zentrale Leistung ist durch Erfahrung/Qualifikation oder eine geplante Unterstützungsmaßnahme abgedeckt.
- Benennen Sie die wichtigsten Risiken und legen Sie Gegenmaßnahmen fest, damit die Stellungnahme nicht wie ein Versprechen wirkt. Prüfpunkt: Zu jedem Risiko gibt es eine konkrete Maßnahme und einen Auslöser, ab wann sie greift (z. B. „wenn Umsatz < …“).
- Prüfen Sie, ob Ihr Kapitalbedarf realistisch ist, damit Startkosten und Finanzierung in sich stimmig sind. Prüfpunkt: Ein Kapitalbedarfsplan listet einmalige Anschaffungen und Anlaufkosten; die Finanzierung ist zugeordnet (Eigenmittel/sonstige).
- Führen Sie einen letzten Konsistenzabgleich durch, damit Zahlen und Text keine Widersprüche enthalten. Prüfpunkt: Begriffe und Kennzahlen (Preis, Menge, Kundenzahl, Stunden, Kosten) sind einmal definiert und werden durchgängig gleich verwendet.
Typische Fehler und Korrekturen (kurz und prüfbar)
Umsatzsprung ohne Kapazitätsgrundlage
- Problem: Die Planung zeigt stark steigende Umsätze, aber es gibt keine Erklärung, wie Leistung und Akquise zeitlich bewältigt werden.
- Korrektur: Kapazitätsplan ergänzen (abrechenbare Stunden/Einheiten, Auslastung, ggf. Unterstützung durch Partner oder Personal) und Umsatzkurve daran anpassen.
Preise passen nicht zur Zielgruppe oder Leistung
- Problem: Preise sind nicht begründet oder widersprechen dem beschriebenen Nutzen (zu niedrig/zu hoch ohne Erklärung).
- Korrektur: Kurz-Kalkulation erstellen (Zeit, variable Kosten, Gemeinkostenanteil) und Preisspanne mit Positionierung begründen; Beispielangebot beifügen.
Vertrieb bleibt allgemein („Social Media“, „Netzwerk“)
- Problem: Es ist unklar, wie konkret die ersten Kunden gewonnen werden.
- Korrektur: 1–2 Hauptkanäle auswählen, erste Schritte terminieren (Kontaktliste, Kooperationen, Veranstaltungen, Plattformprofil) und messbar machen.
Kosten werden unterschätzt oder unvollständig erfasst
- Problem: Wichtige Fixkosten (Versicherungen, Software, Steuerberatung, Fahrtkosten) fehlen oder sind zu niedrig angesetzt.
- Korrektur: Kostenliste nach Korrektur/variabel strukturieren, die größten Posten belegen und einen kleinen Puffer für Anlaufkosten einplanen.
Liquidität wird mit Gewinn verwechselt
- Problem: Rentabilitätsvorschau sieht positiv aus, aber Zahlungsziele und Vorleistungen verursachen Liquiditätslücken.
- Korrektur: Liquiditätsplan auf Monatsbasis erstellen, Zahlungsziele definieren, Ausgaben zeitlich priorisieren und Puffer nachweisen.
Widersprüche zwischen Text und Zahlen
- Problem: Im Businessplan steht „Premium“, in der Planung steht „Einsteigerpreise“; oder Zielkunden/Regionen wechseln je Dokument.
- Korrektur: Ein „Master-Set“ an Annahmen erstellen (Preis, Menge, Kanäle, Kosten) und alle Dokumente darauf konsolidieren.
Häufige Fragen
Muss die fachkundige Stellungnahme ein bestimmtes Formular haben?
Oft ja: Viele fachkundige Stellen arbeiten mit Formularen oder eigenen Rastern. Inhaltlich zählt, dass die Tragfähigkeit nachvollziehbar begründet ist und zu Businessplan und Finanzplanung passt. Klären Sie früh, welches Format die ausstellende Stelle bevorzugt.
Wer darf eine fachkundige Stellungnahme ausstellen?
Das hängt von der regionalen Praxis und Anerkennung ab. Häufig werden IHK/HWK oder andere fachkundige Einrichtungen akzeptiert. Entscheidend ist, dass die Stelle als fachkundig anerkannt ist und die Tragfähigkeit sachgerecht beurteilen kann.
Wie detailliert müssen Markt und Wettbewerb beschrieben werden?
So detailliert, dass Zielkunden, Positionierung und Preisniveau plausibel sind. Für die Stellungnahme ist meist wichtiger, dass Ihr konkreter Vertriebsweg und Ihre Annahmen zur Kundengewinnung nachvollziehbar sind, als ein langer Überblick über den Gesamtmarkt.
Welche Teile der Finanzplanung sind für die Tragfähigkeitsbewertung am wichtigsten?
In der Regel: Umsatzannahmen (Preis × Menge), Kostenstruktur (Korrektur/variabel), Anlaufphase und Liquidität. Wenn diese Punkte konsistent sind, wird die Bewertung deutlich einfacher.
Muss ich Risiken wirklich benennen?
Ja, das ist meist hilfreich. Eine sachliche Risikobetrachtung mit Gegenmaßnahmen wirkt professionell und erhöht die Nachvollziehbarkeit. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen realistisch sind und sich – wenn relevant – in der Planung wiederfinden.
Wie vermeide ich Formulierungen, die wie eine Zusage klingen?
Verwenden Sie vorsichtige, prüfende Sprache: „unter den dargestellten Annahmen“, „erscheint plausibel“, „nachvollziehbar begründet“. Vermeiden Sie absolute Aussagen wie „garantiert“ oder „sicher“.
Was sind typische Anlagen, die die Stellungnahme „prüffähig“ machen?
Häufig hilfreich sind: Businessplan, Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung, Kapitalbedarfsplan, Lebenslauf/Qualifikationsnachweise sowie kurze Belege zu den größten Kosten und zu Preisen (z. B. Beispielangebote).
Wie stark muss die Stellungnahme mit dem Businessplan übereinstimmen?
Sehr stark. Kleine Unterschiede in Formulierungen sind unkritisch, aber Abweichungen bei Zielgruppe, Preisen, Kosten oder Zeitplanung sollten Sie vermeiden oder ausdrücklich erklären.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit – Gründungszuschuss (Überblick)
- Bundesagentur für Arbeit – Gründungszuschuss beantragen (Unterlagen/Schritte)
- Gesetze im Internet – SGB III § 93 (Gründungszuschuss)
- Gründerplattform – Gründungszuschuss beantragen (Orientierung)
- KfW – Gründen und Erweitern (Übersicht Förderthemen)