Einstiegsgeld & Fachkundige Stellungnahme: Kosten und Dauer
Was kostet eine fachkundige Stellungnahme und wie lange dauert sie? Orientierung für Einstiegsgeld & Gründungszuschuss – Unterlagen, Ablauf, typische Fehler, Checkliste.
Verfasst von der
Gründergold Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick
- Worum es geht: Die fachkundige Stellungnahme (Tragfähigkeitsprüfung) bewertet, ob Ihr Vorhaben wirtschaftlich schlüssig ist – auf Basis von Businessplan und Finanzplanung.
- Für welche Förderung: Beim Gründungszuschuss ist die Stellungnahme als Nachweis der Tragfähigkeit vorgesehen (vgl. § 93 SGB III: gesetze-im-internet.de). Beim Einstiegsgeld (Jobcenter) kann eine Tragfähigkeitsdarstellung ebenfalls verlangt werden, die Entscheidung liegt im Ermessen (vgl. § 16b SGB II: gesetze-im-internet.de).
- Kosten sind nicht einheitlich: Je nach fachkundiger Stelle kann die Prüfung kostenfrei sein oder ein Entgelt auslösen. Wichtig ist vorab eine klare Gebührenauskunft und was darin enthalten ist.
- Dauer hängt vor allem an der Vorbereitung: Die reine Prüfzeit ist oft kürzer als die Zeit, die Sie für saubere Unterlagen benötigen. Wer früh strukturiert, spart Tage durch weniger Rückfragen.
- Keine Zusage-Garantie: Eine überzeugende Stellungnahme verbessert Nachvollziehbarkeit und Entscheidungsfähigkeit, ersetzt aber keine Entscheidung von Arbeitsagentur oder Jobcenter.
Wenn Sie Ihre Unterlagen zügig und behördentauglich sortieren möchten, finden Sie auf unserer Seite zur fachkundigen Stellungnahme eine klare Orientierung, welche Bausteine typischerweise erwartet werden.
Wer diese Seite liest, plant häufig den nächsten Schritt: Einstiegsgeld oder Gründungszuschuss sollen den Start in die Selbstständigkeit erleichtern – und Sie möchten realistisch einschätzen, welche Kosten und welche Dauer die fachkundige Stellungnahme verursacht. Am Ende sollten Sie entscheiden können, ob Ihre Unterlagen bereits prüfreif sind oder ob zuerst Businessplan und Finanzplanung gezielt nachgeschärft werden müssen.
Kurzüberblick
Die fachkundige Stellungnahme ist in der Praxis weniger ein „Formblatt“ als eine Plausibilitätsprüfung Ihres Gesamtkonzepts. Entscheidend ist, ob Ihr Businessplan und Ihre Finanzplanung zusammenpassen und zu Ihrer persönlichen Ausgangslage (Qualifikation, Markt, Finanzierung) stimmig sind. Kosten und Dauer lassen sich gut steuern, wenn Sie früh die zuständige Förderung klären und die fachkundige Stelle passend auswählen.
Voraussetzungen und Unterlagen
1) Erst klären: Einstiegsgeld oder Gründungszuschuss?
Viele Zeitverluste entstehen, weil Unterlagen „ins Blaue“ erstellt werden. Die Anforderungen ähneln sich, aber Zuständigkeit und Rechtsrahmen sind verschieden:
- Einstiegsgeld: Leistung des Jobcenters zur Eingliederung in Arbeit; möglich auch bei Aufnahme einer hauptberuflichen Selbstständigkeit. Es gibt keinen Rechtsanspruch; das Jobcenter entscheidet nach Ermessen (Einordnung und Rahmen: BMAS – Gründungsförderung).
- Gründungszuschuss: Leistung der Arbeitsagentur (ALG I) bei Aufnahme einer hauptberuflichen Selbstständigkeit. Die Tragfähigkeit ist ausdrücklich nachzuweisen, u. a. durch Stellungnahme einer fachkundigen Stelle (Ablaufübersicht: Arbeitsagentur – Gründungszuschuss beantragen).
Praxis-Tipp: Klären Sie früh im Gespräch, ob die Förderung grundsätzlich in Betracht kommt und welche Unterlagen die zuständige Stelle (Vermittlungsfachkraft/Jobcenter) konkret sehen möchte. So vermeiden Sie Doppelarbeit.
2) Was fachkundige Stellen typischerweise prüfen
Fachkundige Stellen müssen Ihr Vorhaben nachvollziehbar beurteilen können. Häufig geht es um drei Ebenen:
- Tragfähigkeit des Geschäftsmodells: Kundengruppe, Nutzenversprechen, Wettbewerb, Preis- und Vertriebslogik.
- Tragfähigkeit der Zahlen: Umsätze, Kosten, Liquidität, Kapitalbedarf, private Entnahmen.
- Tragfähigkeit der Person: fachliche Eignung, Erfahrung, ggf. notwendige Nachweise.
Die Bundesagentur für Arbeit nennt als typische Unterlagen (für den Gründungszuschuss) u. a. Businessplan, Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie Umsatz- und Rentabilitätsvorschau (Arbeitsagentur – Gründungszuschuss beantragen).
3) Unterlagen, die Sie fast immer brauchen
Auch wenn Details je nach Stelle variieren, sind diese Bausteine sehr häufig entscheidungsrelevant:
- Businessplan (Vorhabensbeschreibung): kurz und prüfbar. Keine Imagebroschüre, sondern Entscheidungsgrundlage.
- Finanzplanung: mindestens Rentabilitätsvorschau und Liquiditätsplanung. Wichtig ist die innere Logik: Annahmen → Mengen/Preise → Umsatz → Kosten → Ergebnis → Liquidität.
- Kapitalbedarf & Finanzierung: Eigenmittel, Darlehen, Fördermittel, Zahlungsziele.
- Lebenslauf & Qualifikationsnachweise: Zeugnisse, Zertifikate, Berufserfahrung, ggf. Meisterbrief/Eintragung bei handwerksrechtlichen Themen.
- Nachweise zum Markt: z. B. konkrete Angebote, Testkundengespräche, Letter of Intent, Referenzen, erste Aufträge – sofern vorhanden.
Wichtig bei Einstiegsgeld: Jobcenter legen häufig Wert darauf, dass die Selbstständigkeit realistisch geeignet ist, die Hilfebedürftigkeit perspektivisch zu beenden. Das ist keine reine Zahlenfrage, sondern auch eine Frage von Markt- und Umsetzungsfähigkeit (Rahmen: BMAS – Eingliederungsleistungen).
Ablauf und Fristen
Schritt 1: Zuständigkeit und Timing festziehen
- Gründungszuschuss: Grundsatz ist, dass Sie die Förderung im Zusammenhang mit der Aufnahme der Selbstständigkeit beantragen und die Voraussetzungen erfüllen müssen (u. a. Restanspruch, hauptberufliche Selbstständigkeit). Konkrete Hinweise und Schritte beschreibt die Arbeitsagentur hier: Gründungszuschuss beantragen.
- Einstiegsgeld: Sprechen Sie vor Start der hauptberuflichen Selbstständigkeit mit Ihrem Jobcenter über das Vorgehen, die erwarteten Unterlagen und den zeitlichen Rahmen. Einstiegsgeld ist auf maximal 24 Monate angelegt (gesetzliche Grundlage: § 16b SGB II; Überblick: BMAS – Gründungsförderung).
Frist-Logik in der Praxis: Je später Sie die fachkundige Stelle einbinden, desto höher ist das Risiko, dass Rückfragen oder Korrekturschleifen Ihren Antrag verzögern. Planen Sie lieber einen Puffer ein.
Schritt 2: Passende fachkundige Stelle auswählen
Fachkundige Stellen können je nach Fall z. B. Kammern (IHK/HWK), Banken, Fachverbände oder Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung sein (Beispiele und Aufzählung: Arbeitsagentur – Gründungszuschuss beantragen).
Achten Sie dabei auf:
- Zuständigkeit nach Beruf/Branche: Handwerk ist oft HWK, gewerbliche Vorhaben oft IHK. Freie Berufe können andere Wege haben.
- Formvorgaben der Behörde: Nutzen Sie beim Gründungszuschuss die vorgesehenen Vordrucke.
- Transparenz: Welche Unterlagen werden erwartet, wie läuft Feedback, welche Kosten entstehen?
Schritt 3: Unterlagen einreichen – mit klarer Prüflogik
Die beste Beschleunigung ist nicht „mehr Text“, sondern bessere Prüfbarkeit:
- Annahmen (Preis, Menge, Auslastung) begründen.
- Kosten sauber trennen (Korrektur/variabel) und realistisch ansetzen.
- Liquidität nachvollziehbar planen (Zahlungsziele, Steuern, Sozialabgaben).
Schritt 4: Rückfragen einplanen und sauber dokumentieren
Eine Rückfragerunde ist normal. Entscheidend ist, dass Sie Änderungen strukturiert nachziehen:
- geänderte Annahmen markieren,
- Rechenlogik konsistent halten,
- Dokumentversionen sauber benennen.
Kosten und Dauer realistisch einschätzen
Was die Kosten typischerweise treibt
Die Kosten entstehen meist nicht „für das Blatt Papier“, sondern für Zeit und Verantwortung in der Prüfung. Häufige Kostentreiber sind:
- Unreife Unterlagen: Viele Rückfragen, mehrere Korrekturrunden.
- Komplexes Vorhaben: z. B. hohe Investitionen, Personal, mehrere Erlösstränge.
- Externe Beratung: Wenn Businessplan/Finanzplanung zuerst erstellt oder stark überarbeitet werden müssen.
Wichtig: Für den Gründungszuschuss weist die Arbeitsagentur darauf hin, dass Sie die fachkundige Stelle frei wählen können – und dass Kosten, die dadurch entstehen, nicht zwingend übernommen werden (Arbeitsagentur – Gründungszuschuss beantragen).
Orientierungswerte ohne falsche Sicherheit
- Kosten-Spanne: Je nach Stelle kann die Stellungnahme kostenfrei sein oder ein Entgelt auslösen. In der Praxis liegen Entgelte häufig im Bereich von „kein Entgelt“ bis „mehrere hundert Euro“ – abhängig von Region, Kammerzuständigkeit und Aufwand. Beispielhaft nennt eine IHK ein Entgelt von 100 Euro für die Ausstellung einer Stellungnahme (konkretes Beispiel: IHK Lahn-Dill – IHK-Stellungnahme).
- Dauer: Rechnen Sie mit zwei Zeitblöcken: (1) Ihre Vorbereitungszeit für Businessplan und Finanzplanung und (2) die eigentliche Prüfzeit der fachkundigen Stelle inkl. Rückfragen. Die Prüfzeit kann – je nach Auslastung und Unterlagenqualität – von wenigen Werktagen bis zu mehreren Wochen reichen.
Entscheidungskriterium: Wenn Sie ohne belastbare Finanzplanung starten, ist „schnell eine Stellungnahme bekommen“ selten realistisch. Dann ist der sinnvollere nächste Schritt meist, zuerst die Zahlen prüffähig zu machen.
Kosten-Entscheidungstabelle (damit Sie aktiv steuern können)
| Kostenfaktor | Ihre Aktion (konkret) | Typischer Effekt | Prüfpunkt: Woran Sie es messen | Ergebnis für die Planung |
|---|---|---|---|---|
| Unklare Gebührenregel | Vor Beauftragung schriftlich nach Entgelt, Leistungsumfang und möglicher Nachbearbeitung fragen | Verhindert Überraschungen | Prüfpunkt: Sie haben eine E-Mail/PDF mit Betrag und Leistungsbeschreibung | Sie können Budget und Zeitpuffer festlegen |
| Mehrere Korrekturschleifen | Vor Einreichung eine „Annahmen-Seite“ erstellen (Preise, Menge, Auslastung, Kostenlogik) | Weniger Rückfragen, schnellerer Durchlauf | Prüfpunkt: Annahmen sind in 10–15 Zeilen dokumentiert und in der Finanzplanung wiederzufinden | Höhere Planbarkeit der Dauer |
| Hoher Investitionsbedarf | Angebote/Schätzungen beilegen und Finanzierungsschritte skizzieren (Eigenmittel, Darlehen, Zahlungsplan) | Prüfbarkeit steigt, Risiko sinkt | Prüfpunkt: Für jede größere Position liegt ein Angebot/Beleg vor | Geringeres Risiko einer „Nachreichrunde“ |
| Unpassende fachkundige Stelle | Vorab klären, ob die Stelle für Ihr Vorhaben zuständig ist (Branche, freier Beruf, Handwerk) | Verhindert Ablehnung aus Formalgründen | Prüfpunkt: Zuständigkeit ist schriftlich bestätigt oder eindeutig auf der Website genannt | Keine verlorene Woche durch Wechsel |
| Unvollständige Qualifikationsnachweise | Zeugnisse/Zertifikate geordnet einreichen und kurz erläutern, was davon für das Vorhaben relevant ist | Personelle Eignung wird schneller bewertet | Prüfpunkt: 1 PDF mit Inhaltsverzeichnis und Datumsangaben | Weniger Rückfragen zur Person |
Vergleich/Optionen: Einstiegsgeld vs. Gründungszuschuss (für die richtige Einordnung)
| Thema | Einstiegsgeld (Jobcenter) | Gründungszuschuss (Arbeitsagentur) | Ihre nächste Aktion | Prüfpunkt: |
|---|---|---|---|---|
| Zuständigkeit | Bürgergeld/Jobcenter-Kontext | ALG I/Arbeitsagentur-Kontext | Zuständige Stelle schriftlich oder im Termin bestätigen lassen | Prüfpunkt: Name/Telefon/E-Mail der Ansprechperson liegt vor |
| Rolle der Stellungnahme | Kann als Teil der Tragfähigkeitsdarstellung verlangt werden | Tragfähigkeitsnachweis über fachkundige Stelle ist vorgesehen (Arbeitsagentur) | Nachfragen, ob „fachkundige Stellungnahme“ oder „Tragfähigkeitsdarstellung“ verlangt wird | Prüfpunkt: Sie haben eine Liste der konkret geforderten Dokumente |
| Steuerung von Kosten | Stark abhängig von Wahl der Stelle und Beratungsbedarf | Wahl der Stelle liegt bei Ihnen; Kosten können anfallen | Vorher Entgelt/Leistungsumfang klären und Alternativen prüfen | Prüfpunkt: Es liegen mindestens zwei Optionen mit Kostenangabe vor |
| Zeitkritik | Häufig an Termin- und Abstimmungswegen im Jobcenter | Häufig an Businessplan/Finanzplanung plus Prüfzeit | Startdatum rückwärts planen (Vorbereitung + Prüfung + Puffer) | Prüfpunkt: Ein Datumsplan mit Puffer (mind. 10 Werktage) ist notiert |
Häufige Fehler und Korrekturen
Unklare Kundengruppe
- Problem: Der Businessplan beschreibt „alle“ als Zielgruppe. Preise und Vertrieb bleiben dadurch vage.
- Korrektur: Eine Hauptzielgruppe definieren (mit klarer Zahlungsbereitschaft) und ein realistisches Akquise-Vorgehen beschreiben.
Zahlen ohne nachvollziehbare Annahmen
- Problem: Umsatz- und Kostenwerte wirken „gesetzt“, ohne Mengenlogik oder Begründung.
- Korrektur: Jede Kernzahl auf eine Annahme zurückführen (z. B. Anzahl Aufträge/Monat × Preis × Auslastung) und diese kurz begründen.
Liquidität wird mit Gewinn verwechselt
- Problem: Rentabilität ist positiv, aber die Zahlungsfähigkeit ist nicht gesichert (Steuern, Zahlungsziele, Anlaufphase).
- Korrektur: Einen Liquiditätsplan ergänzen, der Zahlungszeitpunkte abbildet und Reserven sichtbar macht.
Private Entnahmen sind nicht eingeplant
- Problem: Die Planung zeigt Betriebsergebnis, aber nicht, wovon Sie privat leben.
- Korrektur: Private Entnahmen/Bedarf transparent einplanen und zeigen, wann diese aus dem Geschäft erwirtschaftet werden.
Qualifikation ist nicht belegt
- Problem: Fachliche Eignung wird behauptet, aber nicht dokumentiert.
- Korrektur: Nachweise geordnet beilegen und kurz erläutern, warum sie für das Vorhaben relevant sind.
„Zu spät“ mit der fachkundigen Stelle gestartet
- Problem: Unterlagen werden erst kurz vor Antrag oder Startdatum eingereicht.
- Korrektur: Rückwärts planen und einen Puffer für Rückfragen einbauen; bei hoher Komplexität frühzeitig ein Vorgespräch vereinbaren.
Checkliste
-
Unterlagenanforderung bei Jobcenter/Arbeitsagentur schriftlich erfragen, damit Sie zielgenau erstellen und nicht doppelt arbeiten.
Prüfpunkt: Sie haben eine Liste der geforderten Dokumente (E-Mail/Notiz aus dem Termin) und wissen, ob eine fachkundige Stellungnahme erwartet wird.
-
Eine einseitige Zusammenfassung des Vorhabens formulieren (Angebot, Zielgruppe, Preislogik, Vertrieb), damit die fachkundige Stelle schnell „den Kern“ versteht.
Prüfpunkt: Eine Person außerhalb des Projekts kann nach dem Lesen in 60 Sekunden erklären, was Sie verkaufen und an wen.
-
Annahmen für die Finanzplanung festhalten (Mengen, Preise, Auslastung, Kostenlogik), damit Zahlen nicht wie Schätzwerte wirken.
Prüfpunkt: Jede Umsatzposition lässt sich auf „Menge × Preis“ zurückführen und ist im Text begründet.
-
Rentabilitätsvorschau erstellen und auf Plausibilität prüfen, damit Ergebnis und Kostenstruktur nachvollziehbar sind.
Prüfpunkt: Fixkosten sind vollständig (inkl. Versicherungen, Software, Telefon, Mobilität) und monatlich nachvollziehbar aufgeführt.
-
Liquiditätsplanung ergänzen, damit Zahlungszeitpunkte und Engpässe sichtbar werden.
Prüfpunkt: In der Anlaufphase sind Monate erkennbar, in denen Liquidität kritisch wird – inklusive Gegenmaßnahme (Reserve, Zahlungsziel, Finanzierung).
-
Kapitalbedarf und Finanzierung belegen (Angebote, Eigenmittel, Darlehen), damit größere Posten nicht „aus der Luft“ erscheinen.
Prüfpunkt: Für jede größere Investition liegt ein Angebot oder eine realistische Kostengrundlage vor.
-
Qualifikationsnachweise bündeln (ein PDF mit Inhaltsverzeichnis), damit die persönliche Eignung schnell prüfbar ist.
Prüfpunkt: Nachweise sind datiert, lesbar und thematisch geordnet (fachlich, kaufmännisch, branchenspezifisch).
-
Zuständigkeit der fachkundigen Stelle vorab klären (IHK/HWK/freier Beruf), damit Ihr Antrag nicht wegen formaler Unzuständigkeit stockt.
Prüfpunkt: Die Stelle bestätigt Zuständigkeit schriftlich oder sie ist eindeutig auf der Informationsseite beschrieben.
-
Gebühren und Leistungsumfang vorab abfragen (inkl. Nachbearbeitung), damit Kosten und Zeitpuffer planbar sind.
Prüfpunkt: Sie haben eine konkrete Angabe, ob ein Entgelt anfällt, wie hoch es ist und welche Leistung enthalten ist.
-
Einreichung paketieren (Dateinamen, Versionen, kurzes Anschreiben), damit Rückfragen reduziert werden und Sie den Prozess steuern.
Prüfpunkt: Sie können Ihre Unterlagenliste in einer E-Mail mit maximal 6 Anhängen oder einem klaren Download-Link übergeben – ohne Nachsortierung.
Nächster Schritt
Wenn Sie das Thema Kosten und Dauer aktiv steuern möchten, ist der beste Hebel meist nicht „schneller prüfen lassen“, sondern „prüfbarer einreichen“: Eine klare Annahmen-Logik und eine konsistente Finanzplanung reduzieren Rückfragen spürbar. Als Entscheidungshilfe und Struktur finden Sie auf unserer Seite zur fachkundigen Stellungnahme eine praxistaugliche Übersicht der üblichen Bausteine – und im Blog weitere Orientierung zu Businessplan und Finanzierung.
Häufige Fragen
Welche Unterlagen sind für fachkundige stellungnahme einstiegsgeld kosten dauer entscheidend?
Fast immer zählen ein schlüssiger Businessplan und eine belastbare Finanzplanung. Dazu kommen meist Lebenslauf und Qualifikationsnachweise sowie ein Kapitalbedarfs- und Finanzierungsüberblick. Für den Gründungszuschuss nennt die Arbeitsagentur diese Bausteine ausdrücklich als typische Bestandteile (Arbeitsagentur – Gründungszuschuss beantragen).
Wie lange dauert eine fachkundige Stellungnahme typischerweise?
Die Dauer hängt stark von Unterlagenqualität und Auslastung ab. Häufig ist die eigentliche Prüfung in Tagen bis wenigen Wochen möglich – wenn Businessplan und Finanzplanung bereits prüfreif sind. Wenn erst Grundlagen fehlen (z. B. Annahmen, Liquidität, Nachweise), verlängert sich die Gesamtdauer meist durch Korrekturrunden.
Was kostet die fachkundige Stellungnahme?
Es gibt keine einheitliche Gebühr. Manche Stellen sind kostenfrei, andere erheben ein Entgelt. Klären Sie vorab schriftlich Betrag, Leistungsumfang und ob Nachbearbeitung enthalten ist. Beim Gründungszuschuss ist außerdem wichtig einzuplanen, dass Kosten durch die Wahl der fachkundigen Stelle entstehen können (Arbeitsagentur – Gründungszuschuss beantragen).
Kann ich die Stellungnahme „erzwingen“, wenn ich Einstiegsgeld oder Gründungszuschuss beantrage?
Nein. Beide Förderwege sind in der Praxis an Voraussetzungen und eine Ermessensentscheidung geknüpft. Eine fachkundige Stellungnahme ist ein wichtiger Baustein für Nachvollziehbarkeit, ersetzt aber nicht die Entscheidung der zuständigen Stelle.
Wie läuft der nächste Schritt nach der Prüfung ab?
Sie reichen die Stellungnahme zusammen mit den weiteren Unterlagen bei der zuständigen Stelle ein (Arbeitsagentur/Jobcenter). Danach können Rückfragen folgen, z. B. zu Annahmen oder Nachweisen. Beim Gründungszuschuss sind Ablauf und Schritte von der Arbeitsagentur beschrieben (Gründungszuschuss beantragen).
Wann ist Unterstützung durch eine fachkundige Stellungnahme besonders sinnvoll?
Wenn Ihr Vorhaben erklärungsbedürftig ist (z. B. mehrere Erlösquellen, hoher Investitionsbedarf, lange Anlaufphase) oder wenn Sie merken, dass Businessplan und Finanzplanung nicht „aus einem Guss“ sind. Dann ist eine strukturierte Vorbereitung häufig effizienter als wiederholtes Nachreichen.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit – Unterstützung für eine Existenzgründung / Gründungszuschuss
- Bundesagentur für Arbeit – Gründungszuschuss beantragen
- BMAS – Gründungsförderung (u. a. Einstiegsgeld nach § 16b SGB II)
- BMAS – Eingliederungsleistungen (Einstiegsgeld im Kontext SGB II)
- Gesetze im Internet – § 16b SGB II Einstiegsgeld
- Gesetze im Internet – § 94 SGB III Dauer und Höhe der Förderung (Gründungszuschuss)
- Gesetze im Internet – SGB III (enthält § 93 Gründungszuschuss)
- IHK Lahn-Dill – IHK-Stellungnahme zum Gründungsvorhaben (Beispiel Entgelt/Unterlagen)
- HWK Ulm – Gründungszuschuss / Stellungnahme fachkundige Stelle