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Fachartikel

Tragfähigkeitsbescheinigung für Online‑Shop: Voraussetzungen & Nachweise

Welche Voraussetzungen und Nachweise zählen bei der Tragfähigkeitsbescheinigung für den Gründungszuschuss im E‑Commerce? Mit Checkliste, Finanzlogik, FAQ.

Verfasst von der

Gründergold Redaktion

Veröffentlicht: 24. Februar 2026Aktualisiert: 24. Februar 20269 Min. Lesezeit

Schnellantwort: Für die Tragfähigkeitsbescheinigung zählt beim Online‑Shop vor allem, ob Ihr Businessplan und Ihre Finanzplanung die E‑Commerce‑Logik nachvollziehbar abbilden (Marge, Marketingkosten, Retouren, Zahlungsanbieter). Wenn Sie die wichtigsten Annahmen mit einfachen Nachweisen belegen können, steigt die Plausibilität – ohne dass es eine automatische Zusage gibt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • E‑Commerce wird an Zahlen gemessen: Entscheidend ist, ob Umsatz, Kosten und Liquidität in sich stimmig sind – nicht, ob die Idee „gut klingt“.
  • Unit Economics sind der Kern: Pro Bestellung müssen Marge, Versand, Retouren und Zahlungsgebühren realistisch eingeplant sein.
  • Marketing ist kein Pauschalposten: Werbekosten brauchen eine Herleitung (Zielgruppe, Kanal, Testbudget, Erwartungswert) statt Wunschwert.
  • Retouren gehören in die Planung: Widerruf und Rücksendekosten beeinflussen Deckungsbeitrag und Liquidität.
  • Nachweise müssen beobachtbar sein: Angebote, Verträge, Screenshots, Testdaten, Kalkulationen – jeweils passend zur Annahme.

Wenn Sie Ihren Businessplan und die Finanzplanung vor der Einreichung professionell prüfen lassen möchten, finden Sie hier eine passende Unterstützung: Tragfähigkeitsbescheinigung prüfen lassen.

Sie sind hier richtig, wenn Sie einen Online‑Shop (E‑Commerce) gründen und für den Gründungszuschuss eine Tragfähigkeitsbescheinigung vorbereiten. Ziel ist der nächste Entscheidungsschritt: Ihre Finanzplanung so zu plausibilisieren, dass eine fachkundige Stelle die Logik nachvollziehen kann – besonders bei Marge, Werbekosten und Retouren.

Kurzüberblick

Die Tragfähigkeitsbescheinigung wird im Kontext des Gründungszuschusses genutzt, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit Ihres Vorhabens zu beurteilen. Für Online‑Shops ist der Knackpunkt selten „der Markt“, sondern die saubere Herleitung der Zahlen: Wie entstehen Bestellungen, was kostet Kundengewinnung, und was bleibt nach Retouren und Zahlungsgebühren übrig? Offizielle Einstiegspunkte zu Voraussetzungen und Antrag finden Sie bei der Arbeitsagentur. ([Arbeitsagentur: Gründungszuschuss] (https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslosengeld/existenzgruendung-gruendungszuschuss))

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Voraussetzungen & Kriterien: Was bei Online‑Shops wirklich zählt

1) Formale Passung zum Gründungszuschuss (ohne Automatismus)

Bei der Arbeitsagentur gelten – je nach Einzelfall – bestimmte Voraussetzungen (z. B. Leistungsanspruch, Zeitpunkt der Gründung, Unterlagen zum Vorhaben). Wichtig für Ihre Planung: Rechnen Sie mit Rückfragen und behandeln Sie Anforderungen als prüfungsbedürftig, nicht als „Checkliste für eine Zusage“. Als verlässliche Orientierung dienen die Informationen der Arbeitsagentur zum Gründungszuschuss und zum Antragsweg. ([Arbeitsagentur: Gründungszuschuss beantragen] (https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld/gruendungszuschuss-beantragen))

Praxis-Entscheidung: Wenn formale Punkte unklar sind (Zeitpunkt, Status, Fristen), klären Sie das früh – bevor Sie in Detailkalkulationen gehen. Das spart Zeit und verhindert, dass Sie Zahlen für ein falsches Szenario ausarbeiten.

2) Tragfähigkeitsbescheinigung: Plausibilität statt „perfekte Prognose“

Eine Tragfähigkeitsbescheinigung ist keine Garantie, sondern eine nachvollziehbare Einschätzung der Tragfähigkeit auf Basis Ihrer Unterlagen. Für E‑Commerce überzeugt weniger ein „großer Plan“, sondern eine saubere, prüfbare Argumentationskette:

  • Annahme → Nachweis → Zahleneffekt.
  • Risiko → Gegenmaßnahme → messbarer Schwellenwert.

Typisch für Online‑Shops: Schon kleine Änderungen bei Retourenquote oder Werbekosten kippen das Ergebnis. Genau deshalb sollten diese Posten nicht geschätzt, sondern hergeleitet werden.

3) E‑Commerce‑Spezifika, die Ihre Finanzplanung tragen müssen

Deckungsbeitrag pro Bestellung Die zentrale Frage lautet: Was bleibt pro Bestellung wirklich übrig – nach allem, was in der Realität anfällt?

  • Warenkorb (netto/brutto sauber getrennt)
  • Wareneinsatz (inkl. Import/Verpackung, Ausschuss)
  • Zahlungsgebühren (prozentual + Korrektur)
  • Versand/Versandmaterial
  • erwartete Retourenkosten (Quote × Kosten pro Retoure)
  • variable Plattform-/Toolkosten (Shop, Apps, Marktplatzgebühren, falls relevant)

Marketingkosten und Kundengewinnung Bei vielen E‑Commerce‑Gründungen ist Marketing der größte Hebel – und die größte Fehlerquelle. Gute Planung trennt:

  • Testphase (Budget, Lernziele)
  • Stabilisierung (Ziel‑Kosten pro Bestellung)
  • Skalierung (Kapazität, Liquidität, Lager)

Statt Fachabkürzungen hilft eine einfache Logik: „Wie viele Shop‑Besuche brauche ich pro Bestellung – und was kostet mich ein Besuch?“

Retouren, Widerruf, Kundenservice Retouren sind keine „Ausnahme“, sondern ein kalkulatorischer Standardposten – besonders im Distanzhandel. Rechtliche Rahmen wie das Widerrufsrecht wirken direkt auf Retourenprozesse und Kosten. Als Orientierung zum Widerrufsrecht eignen sich die gesetzlichen Grundlagen, z. B. im BGB. ([BGB §355 Widerruf] (https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__355.html), [BGB §312g Widerrufsrecht] (https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__312g.html))

Zahlungsanbieter und Auszahlungslogik Für die Tragfähigkeit zählt nicht nur „Gewinn“, sondern auch Liquidität:

  • Wann wird ausgezahlt (täglich, wöchentlich, verzögert)?
  • Welche Rückbelastungen können auftreten?
  • Wie wirken Rückerstattungen auf den Cashflow?

Steuern und Preislogik Ob Kleinunternehmerregelung oder Regelbesteuerung: Die Entscheidung beeinflusst Preise, Marge und den Umgang mit Vorsteuer. Eine verlässliche Grundlage ist §19 UStG. ([UStG §19 Kleinunternehmer] (https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html))

4) Nachweise, die Annahmen im Online‑Shop greifbar machen

Die folgenden Beispiele sind bewusst „evidenzorientiert“: Sie zeigen nicht nur, was Sie glauben, sondern woran man es prüfen kann.

BereichIhre Aktion (konkret)Prüfpunkt (beobachtbar)Möglicher Nachweis
Sortiment & MargeKalkulieren Sie pro Kernprodukt Einkauf, Verpackung, Gebühren und Versand durch.Prüfpunkt: Es gibt für Top‑Produkte eine Deckungsbeitragsrechnung mit realen Kostensätzen.Lieferantenangebot, Kalkulationsblatt, Gebührenübersicht Zahlungsanbieter
MarketingstartPlanen Sie ein Testbudget je Kanal und definieren Sie Abbruch-/Weiter‑Regeln.Prüfpunkt: Für 4–8 Wochen ist ein Testplan mit Budget, Zielwerten und Messgrößen dokumentiert.Kampagnenplan, Tracking‑Konzept, Zielgruppenbeschreibung
RetourenLegen Sie eine Rücksendequote (Bandbreite) zugrunde und rechnen Sie Kosten pro Retoure.Prüfpunkt: In GuV und Liquidität ist Retourenaufwand separat enthalten.Prozessbeschreibung, Kostenannahmen, Branchenbandbreite begründet
ZahlungsflussWählen Sie 1–2 Zahlungsarten und übernehmen Sie Gebühren + Auszahlungstermine in die Planung.Prüfpunkt: Liquiditätsplan zeigt die zeitliche Lücke zwischen Verkauf und Auszahlung.Konditionenblatt, AGB/Konditionen Auszahlungsrhythmus
LogistikEntscheiden Sie Fulfillment vs. Eigenversand und kalkulieren Sie Pick/Pack/Porto.Prüfpunkt: Versandkosten sind nicht „pauschal“, sondern aus Tarifen/Angeboten abgeleitet.Versandtarife, Fulfillment‑Angebot, Lagerkostenannahmen
Recht/VerbraucherPlanen Sie Widerruf, Erstattungen und Supportaufwand als Prozess.Prüfpunkt: Es gibt eine kurze Prozessskizze inkl. Rückerstattungsablauf.Prozessdokument, Richtlinienentwurf, BGB‑Verweise

Mini‑Rechner: So plausibilisieren Sie Marge, Werbung und Retouren

Nutzen Sie diese Logik, um Ihre Finanzplanung im Businessplan verständlich zu machen – ohne Fachjargon.

  1. Starten Sie mit dem durchschnittlichen Warenkorbwert (z. B. 60 €).
  2. Ziehen Sie variable Kosten je Bestellung ab: Wareneinsatz, Zahlungsgebühren, Versand, Verpackung.
  3. Berücksichtigen Sie Retouren als Erwartungswert: Retourenquote × (Rückversand + Aufbereitung + Wertminderung).
  4. Leiten Sie ein Ziel für Werbekosten pro Bestellung ab: Der Rest muss Ihre Fixkosten und Ihren Unternehmerlohn tragen.

Beispiel (vereinfachte Rechnung):

  • Warenkorb: 60 €
  • Wareneinsatz: 28 €
  • Zahlungsgebühren: 1,80 €
  • Versand & Verpackung: 6,00 €
  • Retouren (20 % × 8 €): 1,60 €

Ergebnis: 60 − 28 − 1,80 − 6,00 − 1,60 = 22,60 € vor Werbung und Fixkosten.

Was Sie daraus ableiten: Wenn Ihre monatlichen Fixkosten (Shop, Tools, Buchhaltung, Versicherung, anteiliges Lager) bei 1.800 € liegen, brauchen Sie grob 80 Bestellungen/Monat, um nur die Fixkosten zu decken – oder Sie senken variable Kosten/Retouren, erhöhen Warenkorb oder verbessern Marge.

Checkliste: Tragfähigkeitsbescheinigung für Online‑Shops vorbereiten

  • Klären Sie vorab bei der Arbeitsagentur, welche Unterlagen und welcher Zeitablauf für Ihren Gründungszuschuss‑Fall gelten, damit Sie nicht am Bedarf vorbeiplanen. Prüfpunkt: Sie haben eine schriftliche Liste/Notiz der erwarteten Unterlagen und einen realistischen Zeitplan bis zur Abgabe.
  • Formulieren Sie Ihr Shop‑Modell in einem Satz (Zielgruppe, Problem, Produktkategorie), damit Businessplan und Zahlen nicht auseinanderlaufen. Prüfpunkt: Eine dritte Person kann Ihr Angebot nach 30 Sekunden korrekt wiedergeben.
  • Erstellen Sie eine Deckungsbeitragsrechnung für Ihre 5 wichtigsten Produkte, weil E‑Commerce‑Tragfähigkeit fast immer auf Stückmargen basiert. Prüfpunkt: Für jedes Produkt sind Wareneinsatz, Gebühren, Versand und Retourenannahme separat ausgewiesen.
  • Legen Sie eine Retourenlogik fest (Bandbreite und Prozess), damit Gewinn- und Liquiditätsplanung nicht zu optimistisch werden. Prüfpunkt: In Ihrer Planung gibt es eine Position „Retouren“ (Kosten und ggf. Umsatzminderung) und eine kurze Begründung der Quote.
  • Dokumentieren Sie Zahlungsanbieter‑Gebühren und Auszahlungstermine, weil sie den Cashflow messbar beeinflussen. Prüfpunkt: Liquiditätsplan zeigt mindestens eine Beispielwoche, in der Verkäufe und Auszahlungen zeitlich versetzt sind.
  • Begründen Sie Ihre Umsatzplanung über eine einfache Kette (Besuche → Konversionsrate → Bestellungen → Warenkorb), statt nur Monatsumsätze zu nennen. Prüfpunkt: Jede Umsatzzeile lässt sich auf eine Traffic‑ und Konversionsannahme zurückführen.
  • Planen Sie Werbekosten als Test‑ und Lernphase mit klaren Abbruchkriterien, damit Marketing nicht wie ein „Wunschposten“ wirkt. Prüfpunkt: Sie haben Zielwerte (z. B. maximale Werbekosten pro Bestellung) und einen Plan, was Sie bei Verfehlung ändern.
  • Sichern Sie die Beschaffung ab (Lieferant, Mindestmengen, Lieferzeit), weil Verfügbarkeit und Kapitalbindung zusammenhängen. Prüfpunkt: Für Kernartikel liegen Angebote/Bestätigungen vor und die Wiederbeschaffungszeit ist dokumentiert.
  • Entscheiden Sie sich für ein Versandmodell (Eigenversand/Fulfillment) und rechnen Sie es mit echten Tarifen, damit die Kostenseite prüfbar bleibt. Prüfpunkt: Versandkosten pro Paket sind mit Tarif/Angebot belegt und in der Kalkulation umgesetzt.
  • Trennen Sie Fixkosten sauber von variablen Kosten, um die Break‑even‑Menge (Bestellungen pro Monat) nachvollziehbar darzustellen. Prüfpunkt: In der Planung ist erkennbar, ab welcher Bestellzahl Fixkosten und Unternehmerlohn erreichbar werden.
  • Legen Sie eine kurze Risiko‑Liste mit Gegenmaßnahmen an (z. B. hohe Retouren, steigende Werbepreise, Lieferausfälle), damit die Tragfähigkeit als steuerbar erscheint. Prüfpunkt: Zu jedem Risiko gibt es eine konkrete Maßnahme und einen messbaren Schwellenwert (z. B. „Retourenquote > X %“).

Fehlerbilder und Korrekturen (typisch im E‑Commerce‑Businessplan)

Marge ohne Retouren und Zahlungsgebühren

  • Problem: Der Deckungsbeitrag wirkt gut, weil Rücksendungen und Gebühren fehlen oder versteckt sind.
  • Korrektur: Rechnen Sie pro Bestellung mit einer Retouren‑Bandbreite und übernehmen Sie Gebühren aus den Konditionen; zeigen Sie den Effekt in einer Sensitivität (best case/realistisch/risiko).

Umsatzplanung „von oben“ statt über Messgrößen

  • Problem: Monatsumsätze werden gesetzt, ohne zu erklären, wie Bestellungen entstehen.
  • Korrektur: Ergänzen Sie die Kette Besuche → Konversionsrate → Bestellungen → Warenkorb und dokumentieren Sie, wie Sie die ersten Besuche erzeugen (SEO, Content, Werbeanzeigen, Kooperationen).

Werbekosten als pauschaler Prozentsatz

  • Problem: Marketing wird mit „X % vom Umsatz“ angesetzt, ohne Lernphase, Tests oder Zielwerte.
  • Korrektur: Planen Sie ein Startbudget mit Lernzielen, definieren Sie maximale Werbekosten pro Bestellung und beschreiben Sie, welche Optimierungen Sie bei Abweichungen testen.

Liquidität ignoriert Auszahlungsverzögerungen

  • Problem: Gewinn ist positiv, aber die Kasse ist leer, weil Auszahlungen später kommen und Retouren sofort belasten.
  • Korrektur: Bauen Sie einen Liquiditätsplan mit wöchentlicher Sicht für die Startphase und zeigen Sie Puffer (Eigenmittel, Zahlungsziele, Lagerstrategie).

Fixkosten zu optimistisch oder unvollständig

  • Problem: Tools, Steuerberatung, Versicherung, Lager, Retourenaufbereitung, Support werden vergessen oder zu niedrig angesetzt.
  • Korrektur: Listen Sie Fixkosten als Positionen mit Angebots-/Marktpreisen und prüfen Sie monatliche Mindestkosten, bevor Sie Wachstumsannahmen erhöhen.

Zu breites Sortiment ohne Beschaffungslogik

  • Problem: Viele Produkte, aber keine klare Priorität und keine belastbaren Einkaufskonditionen.
  • Korrektur: Starten Sie mit einem fokussierten Kernsortiment und legen Sie für diese Artikel belastbare Konditionen, Mindestmengen und Lieferzeiten vor.

Häufige Fragen

Brauche ich für den Gründungszuschuss immer eine Tragfähigkeitsbescheinigung?

Häufig wird eine Tragfähigkeitsbescheinigung im Antragsprozess genutzt, um die Tragfähigkeit des Vorhabens zu belegen. Welche Unterlagen im Einzelfall erforderlich sind, klären Sie am sichersten direkt über die Informationen der Arbeitsagentur und Ihre zuständige Stelle. ([Arbeitsagentur: Gründungszuschuss beantragen] (https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld/gruendungszuschuss-beantragen))

Welche Zahlen sind bei einem Online‑Shop am wichtigsten?

Meist sind es Deckungsbeitrag pro Bestellung, Werbekosten pro Bestellung, Retourenquote, Cashflow (Auszahlungen/Erstattungen) und die Bestellmenge, ab der Fixkosten gedeckt sind.

Wie belege ich Marketingannahmen, ohne „große Historie“?

Mit einem klaren Testplan: Budget, Zeitraum, Kanäle, Zielwerte, Messung und Abbruchkriterien. Plausibilität entsteht durch Vorgehen und Messbarkeit – nicht durch perfekte Vorhersagen.

Wie hoch darf die Retourenquote sein?

Es gibt keinen pauschalen „richtigen“ Wert. Entscheidend ist, dass Sie Retouren realistisch in DB‑Rechnung und Liquidität abbilden und zeigen, wie Sie die Quote beeinflussen (Produktinfos, Größenberatung, Qualität, Versand).

Soll ich mit Kleinunternehmerregelung starten?

Das ist eine Einzelfallentscheidung. Für Ihre Tragfähigkeit ist wichtig, dass Preise, Umsatzsteuerlogik und Vorsteuer‑Effekte konsistent gerechnet sind. Als Rechtsgrundlage dient §19 UStG. ([UStG §19] (https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html))

Welche Rolle spielt das Widerrufsrecht für meine Planung?

Widerruf und Rücksendungen beeinflussen Prozesse, Kosten und Liquidität. Planen Sie Rückerstattungen und Retourenkosten mit, statt sie als Sonderfall zu behandeln. Orientierung bieten die einschlägigen BGB‑Regelungen. ([BGB §355] (https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__355.html), [BGB §312g] (https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__312g.html))

Reicht ein kurzer Businessplan oder muss er sehr umfangreich sein?

Umfang ist weniger wichtig als Nachvollziehbarkeit. Ein kompakter Businessplan, der Markt, Umsetzung und Finanzplanung schlüssig verbindet, ist oft stärker als ein langer Text mit ungeprüften Annahmen.

Was ist der sinnvollste nächste Schritt, wenn ich unsicher bin?

Arbeiten Sie zuerst die Deckungsbeitragsrechnung und den Liquiditätsplan der Startphase durch. Wenn diese beiden Bausteine stehen, lassen sich fast alle weiteren Fragen strukturiert beantworten – und eine fachkundige Prüfung wird deutlich effizienter.

Wenn Sie möchten, können Sie Ihren Businessplan und die Finanzplanung vorab auf Plausibilität und E‑Commerce‑Logik prüfen lassen – das reduziert typische Rückfragen und verbessert die Unterlagenqualität. Eine Möglichkeit finden Sie hier: Prüfung zur Tragfähigkeitsbescheinigung.

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Quellen

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